Vom herrenlosen Bauwagen zum Zeltplatz Affalterthal

Die Pfadfindersippe war sich einig. Nächstes Wochenende geht es auf Sippenfahrt. Wohin? Na ja, irgendwo mit dem Fahrrad in die Botanik, Richtung Großhabersdorf, an die Kaiserquelle oder vielleicht doch in die Fränkische Schweiz?  Die Kohte wurde am Waldrand oder einer Lichtung aufgeschlagen, bald brannte darinnen ein gemütliches Feuer, am Abend wurde Essen am Holzspiess gebrutzelt, bei obligatorischem Tschai und die halbe Nacht erzählt und durchgesungen.

Belächelte Nostalgie von vorgestern, oder? Und wie sieht es heute aus?  Wir alle wissen, dass diese Spontanität heute nicht mehr in dieser Form möglich ist.

Und weil dies nicht mehr so spontan möglich ist, sahen wir uns nach einem eigenen Platz um.

Fündig wurden wir, nach langer Suche, im Frühjahr 1989. Auf der Hochebene von Affalterthal bei Egloffstein befand sich eine langgestreckte, knapp 3000 m2 große Wiese, schon seit Jahren nicht mehr genutzt. Eingerahmt von Hecken, direkt am Wald mit reichlich Holz in den umliegenden Wäldern und frischem Quellwasser, ca. 250 m auf steilem Pfad ins Tal hinab entfernt. Und wieder war das Glück auf unserer Seite. Der Besitzer des Grundstückes hatte für uns Pfadfinder etwas übrig. Er erzählte begeistert aus der Zeit seiner Jugend, als ganz in der Nähe immer wieder Pfadfinder aus Fürth und Kitzingen Lager abhielten und er den ganzen Tag mit diesen im Zeltlager verbringen durfte. Juli 1989 schleppten wir mit einem Traktor den alten Bauwagen (einVeteran, mit über 80 Jahren fast so alt wie der Stamm Franken) unter Hoffen und Bangen über mehrere Kilometer auf unser mittlerweile gepachtetes Grundstück. Der Bauwagen hatte während seines Dornröschenschlafes doch mehr gelitten als ursprünglich wahrgenommen. Undichtes Dach, vermoderter Fußboden und desolate Eingangtüre und die Fenster bedurften einer kompletten Erneuerung. Also genug Arbeit für die neu gegründete Bauwagenmannschaft, mit dem Ziel, bis Ende 1989 den Wagen wieder auf Vordermann zu bringen. An vielen Wochenenden wurde gearbeitet, denn sowohl Bauwagen als auch der Platz bedurften eines hohen Einsatzes an Arbeitskraft. Als wir auch noch 2 Toilettenhäuschen anschafften, war unser Pfadinderzeltplatz fast schon perfekt. Endlich war unser Platz „voll erschlossen“. Dank der großzügigen Spenden unserer Fürther Älterenschaft, dem Arbeitseinsatz des Stammes und der Federführung des Freundes- und Förderkreises konnte der Platz mittlerweile nach einigen Jahren gekauft werden. Und jetzt sind schon 25 Jahre ins Land gegangen. Anlaß genug zurückzuschauen. Der „Pfadfinderzeilplatz Affalterthal“ des Freundes- und Förderkreises Christl. Pfadfinder- u. Pfadfinderinnen, wie er offiziell heißt, ist fester Bestandteil in der Arbeit des Stammes Franken geworden.

 

 

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